Aus der Ausschreibung des NLQ:
Kriege, Umweltzerstörungen oder Fluchtbewegungen, aber auch Debatten um Demokratie, Geschlechterrollen oder gewaltsame Konflikte, die nicht zuletzt in den Sozialen Medien in polarisierenden Formen geführt werden, betreffen, verunsichern und belasten junge Menschen in besonderer Weise. Ängste, Einsamkeit, Ohnmachtserfahrungen und Aggressionen oder auch die Hinwendung zu extremistischen Angeboten können die Folge ein – ebenso wie psychische Erkrankungen, die in den vergangenen Jahren signifikant zugenommen haben. All das ist alltäglich auch in der Schule spürbar, die zugleich ein sicherer Lern- und Lebensraum sein möchte.
Die Fachtagung, die sich ausschließlich an Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende und die Schulpsychologie an Schulen der Sekundarstufe I und II aus Niedersachsen richtet, greift daher folgende Fragen auf:
- Was sind die Auswirkungen multipler Krisen auf Schülerinnen und Schüler?
- Welche Praxisformate in Klasse und Schule können demgegenüber Resilienz und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern? (Healing Classroom)
- Wie lässt sich in Klasse und Schule ein präventives, diskriminierungssensibles Umfeld für gemeinsames Lernen gestalten?
- Wie können Formate der Demokratiebildung und Angebote von Teilhabe Resilienz fördern, Handlungskompetenzen stärken und zur Wahrnehmung von Schule als sicherem Ort beitragen?
- Mit welchen Ansätzen und Formaten lässt sich die Medienkompetenz von Jugendlichen stärken?
- Wie können Eltern in die Förderung von Resilienz und psychischer Gesundheit eingebunden werden?
Bei der Tagung spielen Ansätze der Demokratiebildung und des sozial-emotionalen Lernens ebenso eine Rolle wie Perspektiven aus Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. In Vorträgen und Workshops geben Expertinnen und Experten Anregungen und schaffen Räume für den Erfahrungsaustausch sowie für den Praxistransfer hin zu einer Schule, die ein sicherer, stabiler und zukunftsfähiger Ort ist. Die Veranstaltung wird eingeleitet durch einen Impulsvortrag von Dr. Felix Peter zu psychischen Folgen globaler und multipler Krisenwahrnehmungen und – erfahrungen.
Ziele & Kompetenzen
Die Lehrkräfte befassen sich mit der Frage, wie Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende über Krieg und Krisen in Schule und Unterricht sprechen (können) und wie die Resilienz der Kinder und Jugendlichen gestärkt werden kann. Sonstige Kompetenzen: Die Teilnehmenden können Überforderungssituationen bei Kindern und Jugendlichen angesichts fortwährender Kriege und Krisen erkennen. Zudem kennen sie Möglichkeiten, um Belastungen zu reduzieren und können gleichzeitig Räume für den Austausch zu krisenbehafteten Themen ermöglichen.
Zeit, Anmeldefrist & Ort
Die Fachtagung findet am 30. September 2026, von 10:00 bis 17:00 Uhr, im ACHAT Tagungshotel in Braunschweig statt. Die Veranstaltungsräume sind barrierefrei zugänglich.
Anmeldefrist ist der 27. August 2026.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Eine Ausnahme bilden Lehrkräfte aus Schulen in freier Trägerschaft (weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie auf den Seiten des NLQ).
Programm
Moderation: Reina–María Nerlich
8.45 Uhr | Ankommen, Registrierung und Kaffee
9.30 Uhr | Begrüßung und Einführung
9.45 – 10.30 Uhr | Impulsvortrag (inkl. Rückfragen)
Dr. Felix Peter
(Schulpsychologie / Sachsen-Anhalt & Forschungsinitiative Research4Change)
Jugendliche sind in besonderer Weise vulnerabel. Aktuelle Studien und Erfahrungen aus der Schulpsychologie zeigen, dass Belastungen und psychische Folgen zunehmen. Welche Schlüsse lassen sich daraus für die Schule als Lernort und als Sozialraum ziehen? Was sind die Bedarfe? Welche Möglichkeiten bietet Resilienzförderung, die nicht auf „Aushalten“ abzielt, sondern auf Transformation und einen aktiven Umgang mit krisenhaftem Geschehen? Und was wären vor diesem Hintergrund zentrale Elemente von zukunftsfähigen, ganzheitlich angelegten und die psychische Gesundheit fördernden Schulentwicklungsprozessen?
10.45 – 12:15 Uhr | Workshop-Phase
Folgende Workshops werden unter anderem angeboten:
WS I:
Joanna Wegerer (Kompetenzzentrum Schulpsychologie Hessen):
Förderung von Resilienz und Mental Health in der Schule angesichts globaler Krisen und Konflikte
WS II:
Marlies Knoops (IRC – International Rescue Committee):
Förderung von Resilienz im sicheren Lernumfeld – der Healing-Classroom-Ansatz
WS III:
Dr. Stefan Breuer (TU Dresden, Didaktik der politischen Bildung; JoDDiD):
Förderung von Resilienz und Handlungsfähigkeit durch politische Bildung
WS IV:
Dr. Nina Köberer (NLQ):
Medienethik, Medienbildung und Resilienz in Zeiten von KI
WS V:
Dr. Dita Vogel (isekim/Universität Bremen):
Rolle und Beiträge von Familien zur Förderung von Resilienz und Mental Health
WS VI
Sarah Fassbender (Education Innovation Lab):
Vorstellung von Konzept und Material: Digitale Lernreise “Mentale Gesundheit”
12.15 – 13:15 | Mittagspause
13:15 – 14:45 | Arbeitsgruppen-Phase: Erfahrungsaustausch zu Unterricht und Schulentwicklung & Ideen und Impulse für Politik und Verwaltung
15.00 – 16:00 | Podium: Schulentwicklung und psychische Gesundheit
Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz
Dr. Tobias Rahm, Glücksforscher, Schulmodellprojekt GlüGS, TU Braunschweig
N.N., migranetz – Niedersächsische Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte
Reina-María Nerlich, Moderation
16:00 – 16:20 | Abschluss
Kooperation
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) und ufuq.de.
Der Beitrag von ufuq.de wird im Rahmen des KN:IX connect | Verbund Islamismusprävention und Demokratieförderung umgesetzt und durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
Zu dieser Fachtagung laden wir Sie herzlich ein.