Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe unseres KN:IX connect Research Round-Up im Jahr 2026! Auch diesmal präsentieren wir Ihnen eine vielfältige Auswahl aktueller Studien und Neuerscheinungen aus der Extremismusforschung. Die Beiträge greifen gesellschaftliche Entwicklungen auf, stellen neue theoretische Perspektiven vor und liefern empirische Einblicke in Radikalisierung, Prävention und politische Gewalt. Unser Ziel ist es wie immer, Ihnen einen kompakten Überblick über zentrale Forschungstendenzen zu geben – von internationalen Analysen bis hin zu deutschsprachigen Debatten. Wir wünschen viel Freude beim Lesen!
Editor’s Pick
Abdellah & Tultschinetski (Hrsg.)
Debatten zu islamischem Extremismus
Im neuen RADIS-Band versammeln die Herausgeberinnen sieben Blog-Artikel zum Thema „Debatten zum Islamistischen Extremismus”. Es geht unter anderem um antimuslimischen Rassismus als Radikalisierungstreiber, Antisemitismus aus dem islamistischen Spektrum, Jugendradikalisierung und Schule als Ort für Präventionsarbeit.
Aus Politik und Zeitgeschichte
Islamismus
Die April-Ausgabe der bpb-Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte beinhaltet sieben Artikel zum Thema islamistische Radikalisierung und neue Ansätze für die Präventionsarbeit. Dazu gehört sowohl ein Blick auf die globalen Verknüpfungen islamistischer Akteure als auch ein Fokus auf Deutschland und die Rolle von Islamverbänden sowie Propaganda und Prävention im digitalen Raum.
Brouillette-Alarie et al., Journal for Deradicalization, Ausgabe 42
Systematic Review on the Outcomes of Tertiary Prevention Programs in the Field of Violent Radicalization
Die Autorinnen und Autoren führen eine Meta-Analyse von Evaluationsstudien zu Programmen der Tertiärprävention durch. Wichtige Erkenntnisse sind:
– Deradikalisierung ist schwieriger als Distanzierung und soziale Reintegration;
– Online-Formate sowie Ansätze, die religiöse Themen in den Mittelpunkt stellen, waren insgesamt weniger erfolgreich als Ansätze aus den Bereichen Bildung, soziale Arbeit, sowie berufliche Integration;
– Wichtig für den Erfolg der Programme waren außerdem eine gute Ausbildung der Praktiker*innen, die Kooperation verschiedener beteiligter Akteure, therapeutische Begleitung und die Einbeziehung von Familienmitgliedern in die Intervention.
Impulse für die Praxis
Jugendschutz.net diskutiert in einem neuen Blogbeitrag, dass verstärkt Propagandainhalte verbreitet werden, die mit Hilfe generativer KI erstellt wurden. Welche Rolle spielt KI in Ihrer Arbeit und wie kann sich die Präventionspraxis auf diesen Trend einstellen?