Sofa Talk: Warum ‚Reden hilft‘ nicht überall gilt: Transkulturelle Hürden in Therapie und Extremismusprävention

Warum lehnen Menschen therapeutische Unterstützung ab, obwohl sie offensichtlich belastet sind? Welche Rolle spielen kulturelle Prägungen, religiöse Überzeugungen, Scham, Misstrauen oder unterschiedliche Vorstellungen von psychischer Gesundheit? Und wie können Fachkräfte dennoch tragfähige Zugänge schaffen? In unserem Sofa Talk sprechen wir mit zwei ausgewiesenen Expert*innen über die vielfältigen Ursachen von Therapieablehnung und den professionellen Umgang damit. Abdalla Abdi bringt seine langjährigen Praxiserfahrungen aus der Beratungs- und Distanzierungsarbeit ein. Dr. med. Dr. theol. Dipl.-mus. Isgard Ohls beleuchtet das Thema aus wissenschaftlicher und klinischer Perspektive und gibt Einblicke in die Schnittstellen von Psychiatrie, Religion und psychosozialer Versorgung.

05.10.2026, 10:00 – 11:30 Uhr

Wenn Klient*innen im Kontext der Extremismusprävention eine dringend notwendige therapeutische Unterstützung ablehnen, wird dies in Berichten oft schnell als „mangelnde Krankheitseinsicht“ interpretiert. Doch hinter einem vehementen „Nein“ steckt in der Praxis meist ein hochkomplexes Geflecht: Die Angst vor Stigmatisierung in der eigenen Community, tief verankerte religiöse Krankheitsvorstellungen oder das ideologische Vorurteil, Psychotherapie sei ein „westliches Manipulationswerkzeug“.

Wie verläuft die Grenze zwischen gesunder Skepsis, Angst und einer totalen Verweigerung? Wann wird Religion zur Ressource und wann zum Hindernis für die Inanspruchnahme von Hilfe? Und wie können Fachkräfte Vertrauen aufbauen, ohne Druck auszuüben?

Über diese und andere Fragen wollen wir bei unserem Sofa Talk miteinander diskutieren.

Die Fortbildung wird von Mitarbeitenden der IFAK e.V. Die Mitarbeit von IFAK e.V. erfolgt im Rahmen von KN:IX connect.