Ganzheitlicher Ansatz in der Islamismusbekämpfung – Interview mit Florian Endres

Warum ein gutes Miteinander zwischen (Sicherheits-)Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Prävention wichtig ist: Ein Gespräch mit dem KN:IX connect Fachbeirat

Florian Endres leitet das Kompetenzzentrum des Bundes für Islamismusprävention und Deradikalisierung (KID) im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und ist zugleich stellvertretender Referatsgruppenleiter für Sicherheit. Im Gespräch mit uns teilt er seine Perspektive als Mitglied des KN:IX connect Fachbeirats auf aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen:

Was motiviert Sie persönlich im Fachbeirat von KN:IX connect mitzuwirken?

Ich sehe KNI:X connect als logische Weiterentwicklung von KNI:X. Bereits im ersten Beirat war ich vertreten und fand neben dem fachlichen und persönlichen Austausch insbesondere die Entwicklungen im Verbund sehr spannend und für uns als Kompetenzzentrum des Bundes für Islamismusprävention und Deradikalisierung (KID) wichtig.

Warum sind zivilgesellschaftliche Akteure in der (Islamismus-)prävention und der Demokratrieförderung wichtig?

Für einen ganzheitlichen Ansatz in der Islamismusbekämpfung sind zivilgesellschaftliche Akteure essentiell. Sie ermöglichen weitere Zugänge in Zielgruppen, die staatlichen Akteuren teils schwieriger gelingen. Daneben sind die zivilgesellschaftliche Akteure weitaus „flexibler“, was Umsetzungsmöglichkeiten in Projekten betrifft (Personalisierung, Beschaffungen, etc.). Besonders in der Islamismusprävention (sekundär/tertiär) hat sich ein enges Miteinander und Verständnis zwischen (Sicherheits-)Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren in den letzten Jahren entwickelt und zeigt den breiten deutschen Ansatz im Themenfeld.

Wie entwickelt sich Ihrer Einschätzung nach die Islamismusprävention in den nächsten zehn Jahren?

„Glaskugel“ ???? – Das hängt zum einen mit den Entwicklungen im Phänomen ab und zum anderen an den Haushaltsmitteln sowie den politischen und organisatorischen Zielsetzungen der Bundesregierung. Die geschaffenen Strukturen in Deutschland, insb. im tertiären und sekundären Bereich, arbeiten sehr strukturiert. Eine Frage wird jedoch sein, inwiefern die weitere Professionalisierung im Feld begleitet werden kann und die Regelsysteme mehr integriert werden können.

Vielen Dank für das Interview!

Foto: Henning Schacht / BMI